Als ich mich in einigen, zum Teil älteren Büchern für diese Seite "schlaulesen" wollte, habe ich festgestellt, dass die heutige Haltung dieser artengeschützten und meldepflichtigen Tiere sich sehr stark gegenüber früheren Jahren geändert hat.

So wird heute versucht, den Lebensraum in unseren Wohnungen für diese Tiere so zu gestalten, dass sie nicht mehr reizlos dahinvegetieren, sondern dass die natürliche Herkunft nachgestaltet wird.

Papageienhaltung ist ein sehr schwieriges Thema, daher möchte ich im Vorfeld bitten, Ideen, die hier nicht berücksichtigt sind, mir per Mail zuzusenden. Die hier zusammengetragenen Informationen sind Erfahrungen von Menschen, die sich viele Gedanken um das Wohl ihrer Schützlinge gemacht haben.

Einen einzelnen Vogel zu halten, ist nicht artgercht.

Papageien, genau wie viele andere Vögel auch, brauchen mindestens einen artgleichen, gegengeschlechtlichen Partner. Diesem Pärchen, in diesem Beispiel Amazonen oder Graupapageien, sollte als Mindestmaß eine Voliere von 2*1*2 Meter (Länge*Breite*Höhe) zur Verfügung stehen.

Der tägliche Freiflug unter Aufsicht sollte nicht vergessen werden.

Die Voliere sollte mit Naturästen in verschiedenen Stärken, die regelmäßig erneuert werden, ausgestattet sein. Die Äste sollten nicht alle starr sondern auch freischwingend angebracht werden. Diese werden so angebracht, dass die Vögel in der Voliere fliegen können.  

Die Futter und Wassernäpfe sollten so angebracht werden, dass die Vögel den Inhalt nicht mit Kot verschmutzen können.

Man sollte für abwechslungsreiches Spielzeug sogen (z.b. aus Acryl oder Holz) damit diese schlauen Tiere immer beschäftigt sind.

Eine Vogelbadewanne mit frischem Wasser wird täglich zur Verfügung gestellt. Das tägliche warme Duschen bitte nicht vergessen.

Vögel, die in Innenvolieren leben, brauchen richtiges Licht, mit dem nötigen UVA/UVB-Spektrum. Neonröhren flackern, deswegen ist ein Vorschaltgerät einzubauen, um den Vögeln das Wohlbefinden zu sichern.

Die Luftfeuchtigkeit soll um die 60% sein.

Der Speiseplan ist abwechslungsreich und auf den Vogel abgestimmt zu gestalten.

Die meisten der handeslsüblichen Papageienfuttermischungen sind zu fettreich und können zu Leberschäden führen. Man bekommt aber individuelles Futter, das auf die verschiedenen Bedürfnisse der Papageien abgestimmt ist, z.b. "Papageiendiätfutter" oder "Papageienfutter ohne Nüsse". Der kundige Vogelhalter kann sich inzwischen das Futter aus verschiedenen Saaten selbst zusammenstellen. Die Körner müssen frisch und richig gelagert sein.Man achte auf Schädlinge, die das Futter verunreinigen und zur gesundheitlichen Gefahr werden lassen. Auch die früher gern gegebene Erdnuss ist nach dem heutigen Wissensstand zu meiden, weil sie häufig mit einem Schimmelpilz befallen ist, der bei den Vögeln Aspergillose auslösen kann.

Auf dem Speiseplan gehören täglich freisches Obst und Gemüse, nicht nur das Stückchen Apfel, sondern ein Napf "gemischtes", das dafür sorgen soll, den Vogel mit allen nötigen Vitaminen zu versorgen.

Bereichern Sie den Speiseplan durch gesammelte Wildpflanzen und Ästen mit Blättern und Knospen.

Ferner brauchen diese Tiere Kalk, Kalksteine, Sepiaschale und Grit zur freien Verfügung.

Welche Bäume eignen sich als Sitz- und Knabberäste?

Alle ungespritzten, pestizidfreien, fern von stark befahrenen Strassen wachsendenObstbäume, Weide, Ahorn, Linde, Wal- und Haselnussbäume, Ebereschen,Schlehe, Weißdorn u.a.

Welche Wildfrüchte können gesammelt werden? 

Alle ungespritzten, pestizidefreien, fern von stark befahrenen Strassen wachsende Früchte:Hagebutte, Ebereschenbeeren, Feuerdorn, Sanddorn, Mehlbeere, Schlehe, Weißdorn u.a.

Welche Wildpflanzen darf der Vogel fressen?

Alle ungespritzten, pestizidefreie, fern von stark befahrenen Strassen und Hundewegen wachsende Pflanzen:Gänseblümchen, Ackergänsedistel, Girsch, Gräser, Hirtentätschel, Klee, Löwenzahn, Miere, Taubnesseln, Brennesseln, Bunter Hohlzahn, Falsche Kamille, Distel, Ehrenpreis, Flockenblume, Rispenhirse, Großer Wegerich, Beifuß u.a.

Welche Obst und Gemüsesorten darf ich geben?

Heute sind Obst und Gemüse stark mit Pestiziden belastet. Bitte beim Einkauf darauf achten. Kernobst bitte entsteinen.

Ananas, Apfel, Aprikose, Banane, Birne, Mispel, Papaya, Blaubeere, Brombeere, Clementine, Cheremoya, Kiwi, Feige, Mango, Litschi, Physalis, Guave, Karambole, Weintraube, Kaki, Erdbeeren, Kirsche, Melone, Kumquats, Tamarillo, Kaktusfeige, Passionsfrucht, Granatapfel, Cranberry u.a.

Paprika, Möhren, Zuccini, Chicoreé, Topinambur, Tomate, Junge Erbsen, Mais, Radieschen, Blumenkohl, Broccoli, Kohlrabi, Rettiche,Sellerie, Gurke, Fenchel, Rote Beete, Lauch, Kresse u.a.

ohne Salz gekocht: Kartoffel, Blumenkohl, Broccoli, Kohlrabi, Möhre.

 Spinat, Ruccola, Feldsalat, Mangold, Endivie, Eisbergsalat.

Zimmerpflanzen die nicht giftig sein sollen:

Bambus, Katzengras, Buntnessel, Orchideen, Bananenpalme, Zyperngras, Grünlilie u.a.

GIFTIG sind:

Avokados, Blattkohl, Bohnen, Rababer u.a.

Eibe, Lebensbaum, Efeutute, Diefenbachia, Christusdorn, Alpenveilchen, Azaleen, Flamingoblume, Wolfsmilchgewächse, Clivie u.v.a.m.

Gefahren in der Wohnung:

In unseren Wohnungen lauern viele tödliche Gefahren für unsere Vögel, das offene Fenster, Stromkabel, Durchzug, Zigaretten und Rauch, teflonbeschichtete Kochuntensilien, Blei u.v.a.m.

BITTE beachten.

Entflogene Papageien fliegen bis zu 80Km weit!!!

Erweitern Sie bei der Suche nach Ihrem Tier den Radius!

Diese Amazone flog tatsächlich knapp 80KM weit:

Einer anderen Amazone konnten wir nicht helfen.

Trotz mehrerer Einsätze der Feuerwehr, konnte das Tier leider nur tot geborgen werden.

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Dieser Rosa- Kakadu ist von Hagen, NRW bis nach Bochum geflogen.

Er ist inzwischen wieder bei seinen Eigentümern.

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Ein paar "vorher/nacher" Bilder die mir geschenkt wurden.

 

 

...was ein Partnervogel  bewirken konnte...